+++ Ein Kommentar zum Thema: Umstellung auf 4er-Mannschaften +++

Es hatte sich über die letzten zwei Jahre angedeutet und wird zur Saison 2023/24 scheibchenweise zur Realität: Die Mannschaftsstärke soll in den kommenden Jahren in allen Spielklassen im Bereich des Tischtennisverband Rheinland/Rheinhessen e. V. auf 4er Mannschaften umgestellt werden. Siehe >>>

Veränderungen und Regeländerungen ist man im Tischtennis seit Jahren gewohnt: Sei es die Verkürzung der Satzlänge von 21 auf 11 Punkte, die Umstellung von 38 auf 40mm Bälle, die Änderung des Ballmaterials von Zelluloid- auf Plastikbälle, die Zulassung von bunten Belägen, etc.. Die Liste der Veränderungen im Tischtennis-Sport ist lang und dass die Sportlerinnen und Sportler anpassungsfähig sind, hat die Vergangenheit gezeigt. Es ist bekannt, dass bereits heute in einigen Kreisen in den unteren Klassen mit 4er Mannschaften gespielt wird. Vielleicht ist die Akzeptanz zur Umstellung auf 4er Mannschaften mancherorts deshalb durchaus gegeben. Jede Veränderung bringt grundsätzlich Vor- und Nachteile mit sich.

Eines vorweg: Wir verschließen uns nicht kommender Änderungen, jedoch überwiegen aus unserer Sicht die Nachteile von 4er Mannschaften leider deutlich! Um nur einmal ein paar Beispiele zu nennen: – Die Eingliederung von Nachwuchsspielern in die Mannschaften wird deutlich erschwert. – Gewachsene Mannschaftsstrukturen werden auseinander gerissen. – Während der Doppel kann die Auswärtsmannschaft noch nicht einmal einen Schiedsrichter stellen. – Bei im Normfall zwei gleichzeitig laufenden Einzeln schaut, wenn der dritte Spieler eines der Einzel zählt, maximal noch ein Mannschaftskollege zu. Dann bleibt zu hoffen, dass dieser kein Raucher ist, sonst geht die Unterstützung von Außen bei Auswärtsspielen gegen Null. Wie es dann mit der Stimmung in der Halle aussieht und wie das Mannschaftsgefühl verloren geht, liegt leider auf der Hand. – Vereine stehen vor organisatorischen Herausforderungen, was die Ausrichtung von Heimspielen angeht. Bei derzeit knapp 40 aktiven Spielerinnen und Spielern würden wir z.B. nach heutigem Stand 9-10 Mannschaften ins Rennen schicken. Eingeführt werden soll die Mannschaftsstärke im ersten Schritt zunächst einmal in der Verbandsoberliga und Verbandsliga, im Jahr darauf dann in den nächsten zwei Spielklassen.

Es wird spannend zu beobachten sein, wie die Spielerinnen und Spieler es aufnehmen werden, wenn plötzlich aus jeder Mannschaft 2 Akteure in tieferen Klassen antreten müssen. Je nach Verein liegen zwischen einzelnen Mannschaften schon einmal mehrere Spielklassen. Es bleibt zu hoffen, dass der Verband hier eine Lösung findet. Letztendlich sollte das oberste Ziel der Verbände weiterhin sein, dass möglichst viele Mitglieder weiterhin mit Spaß ihrem Hobby nachgehen und ihrer Lieblingssportart treu bleiben.

Interessant wird auch zu beobachten sein, ob sich für die Vereine die jährlichen Gebühren durch das Mehr an Mannschaften in Summe erhöhen werden. Die Umstellung auf 4er Mannschaften scheint peu à peu bundesweit umgesetzt zu werden und so ist es wenig verwunderlich und vielleicht verständlich, dass sich auch der RTTVR den Entwicklungen anschließt. Enttäuschend ist es trotzdem, dass solch einschneidende Veränderungen ohne Einbeziehung der Basis beschlossen wurden! Schade, denn bei der Frage zur Fortsetzung der Saison hat der Verband in dieser Saison stets ein gutes Händchen und offenes Ohr bewiesen.

Umso erstaunlicher, dass bei deutlich weitreichenderen Entscheidungen die Meinung der betroffenen Mannschaften nicht gehört wird… [von Niklas Wohlleben]

jwohlleben
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