Chronik – 1961-1979

Neugründung der Abteilung

Anfang der sechziger Jahre wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Abteilungsleiter war Lothar Fuchs. In den ersten Spielen der damaligen Mannschaft gegen Odernheim und Boos spielten Werner Hornung, Hans-Josef Braun, Willi Fuchs und Heinz Muschkullus. In der ersten Jugendmannschaft spielten Gerd Auler, Volker Schmidt, Manfred Schmidt und Dieter Baehr. Lothar Fuchs nahm an einem Übungsleiterlehrgang teil und trainierte die talentierten Spielerinnen und Spieler Marianne Auler, Gerda Schmidt, Gerd Auler und Werner Hill. Marianne Auler war mehrmalige Kreis- und Bezirksmeisterin bei den Mädchen und mit ihrer Doppelpartnerin Gerda Schmidt wurde sie sogar Rheinlandmeisterin.

Gespielt wurde zunächst im „Rheinischen Hof“. Der damalige Gastwirt Pydde stellte am 26.03.1963 30,00 DM „für Licht“ in Rechnung. Seit 1964 wurde in der Traube gespielt, wo auch unter der Regie von Lothar Fuchs die Kreiseinzelmeisterschaften der Jugendlichen (14.09.1964) und Herren (21.09.1964) ausgetragen wurden. Es mussten besondere „Tischtennislampen“ installiert werden, um gute Lichtverhältnisse zu erhalten. Dies belegen Rechungen der REVAG Bad Kreuznach vom 07.01.1964 und 06.02.1965. Die Anschaffung eines Tischtennistisches (lt. Rechnung Gebhardt vom 30.04.1964) wurde von der Abteilung aus eigener Kraft finanziert. Sie erhielt, zusätzlich zu den Einnahmen aus den beiden durchgeführten Kreismeisterschaften, eine Beihilfe des Tischtennisverbandes Rheinland (100,00 DM).

Die Spieler Hans-Josef Braun, Willi Fuchs und Dieter Baehr sind inzwischen verstorben. Die anderen Spielerinnen und Spieler der sechziger Jahre wohnen nicht mehr in Waldböckelheim oder haben inzwischen aufgehört zu spielen. Ein Spieler dieser Zeit bleibt der Turn- und Sportgemeinde jedoch erhalten – Werner Hill. Er wurde inzwischen zu einer „Waldböckelheimer Tischtennislegende“. Werner nicht nur ein erfolgreicher Einzel- und Mannschaftsspieler, sonder sein Engagement trug ganz wesentlich zur positiven Entwicklung der Abteilung in den folgenden Jahrzehnten bei.

Abteilungsleiter wurde 1966 Gerd Auler. Ihm folgte Werner Hill, der die Abteilung bis 1976 führte. Während der Bundeswehrzeit von Werner Hill übernahm Hartmut Wickert das Amt des Abteilungsleiters. Wertvolle Unterstützung bekam Werner Hill durch den Eintritt von Dieter Hähn in die Abteilung. Dieser wurde nicht nur zu einem wichtigen Spieler der ersten Mannschaft bis zum Aufstieg in die Verbandsliga, sondern er führte die Abteilung von 1976 bis 1985 und von 1987 bis 1989. Seit seinem ersten Spiel führt Dieter Hähn regelmäßige Aufzeichnungen über die Tischtennisabteilung.

1969 spielten Johannes Stab, Gerd Auler, Werner Hill, Dieter Hähn, Hartmut Wickert und Heinz Muschkullus in der ersten Mannschaft. Nach dem Umzug von Johannes Staab, Gerd Auler und Hartmut Wickert rückte der Jugendspieler Dieter Haubrich in die Mannschaft auf. 1971 holten Waldböckelheimer Tischtennisspieler den ersten offiziellen Mannschaftstitel des Tischtennisverbandes Rheinland. Eckard Acker, Michael Sutor und Hans-Jürgen Reichmann wurden unter der Betreuung von Werner Hill Kreispokalsieger der Schüler.

Im Jahr 1971 gab es eine große Umorganisation im Tischtennisverband Rheinland, die wegen der zunehmenden Attraktivität der Sportart notwendig wurde. In der Saison 1971/72 gab es im Kreis Bad Kreuznach 53 Damen- und Herrenmannschaften, die jeweils mit vier Spielerinnen und Spielern zu den Meisterschaftsspielen antraten. Dazu kamen ca. 15 Mannschaften aus dem Kreis Birkenfeld. Mit ca. 20 Schüler- und Jugendmannschaften gab es etwa 500 Tischtennisspielerinnen und -spieler in den Grenzen der heutigen Tischtennisregion Bad Kreuznach/Birkenfeld. Der Tischtennissport wurde immer beliebter, und die Zahl der Spielerinnen und Spieler hat sich mind. verdreifacht.

Wegen dieser zunehmenden Beliebtheit der Sportart wurde ab 1972 in den Herrenklassen mit 6er-Mannschaften gespielt. Eine Ausnahme von dieser Regelung bildete die jeweils unterste Klasse einer Region. Auch die Waldböckelheimer Mannschaft musste aufgestockt werden. Zu den in der Mannschaft verbliebenen Spielern Werner Hill, Dieter Hähn und Heinz Muschkullus kamen vom Geschwader Pferdsfeld Wolfgang Medinger und Norbert Pieper. Günter Schwindt trat in die Abteilung ein und komplettierte die Mannschaft.

Weiterhin waren noch Hartmut Wickert und Dieter Haubrich gemeldet. Hartmut Wickert fuhr jedoch zur See und konnte nur an wenigen Spielen teilnehmen. Dieter Haubrich, der mit seiner Jugend für viel frischen Wind in der Abteilung sorgte, stand am Anfang einer schweren Krankheit und konnte zum Bedauern aller Mannschaftskameraden nicht mehr spielen. Er starb im Alter von 19 Jahren am 13. Juli 1974, aber er ist immer noch unvergessen.

In den folgenden Jahren gab es für die Abteilung weitere Erfolge. Die Jugendmannschaft mit Wilfried Lange, Klaus Hofmann, Rüdiger Petersen und Wolfgang Petersen wurde unter der Leitung von Werner Hill 1974 zunächst Staffelsieger und dann Kreismannschaftsmeister.

Die 1. Herrenmannschaft wurde in der Saison 1975/76 Meister der 1. Kreisklasse und stieg in die Kreisliga auf. Während der Vorbereitung auf die neue Saison kam es jedoch zum großen Knall. Werner Hill, der nicht nur der Spitzenspieler der Abteilung sondern auch Abteilungsleiter war, bemängelte den mäßigen Trainingsbesuch und wechselte den Verein.

Bei der dann einberufenen „Krisensitzung“ der Abteilung am 07.09.1976 waren alle Spieler anwesend, denn der Spielbetrieb musste weitergehen. Neuer Abteilungsleiter wurde Dieter Hähn. Heinz Muschkullus und Günter Schwindt rückten in den Vereinsvorstand auf. Trotz der spontanen Übernahme dieser Ämter wurde die Abteilung kurzfristig vor große Probleme gestellt, die aber in der folgenden Zeit mit viel Engagement gelöst wurden.

Nach dem Wechsel in der Abteilungsleitung zeigten sich schon bald die ersten Erfolge. Unter der Betreuung von Heinz Muschkullus wurde die Jugendmannschaft mit Karl-Heinz Haubrich, Bernd Frantzmann, Gerd Wohlleben, Uwe Cörper und Arno Cörper Meister der Jugend-Kreisklasse in der Saison 1978/79. Günter Schwindt begann mit dem Aufbau einer Schülermannschaft, die sofort den zweiten Platz in ihrer Klasse belegte.

Trotz der ersten Erfolge im Schüler- und Jugendbereich kamen weitere Rückschläge für die Abteilung. Einige der gemeldeten Spieler zeigten mangelnde Einsatzbereitschaft oder trugen sich mit Abwanderungsgedanken. Die Abteilung musste in nur zwei Jahren den Verlust von zwei kompletten Herrenmannschaften wegstecken. Die 1. Herrenmannschaft stieg 1977 sogar in die Bezirksklasse auf, danach zweimal hintereinander bis in die 1. Kreisklasse ab. Eine zweite Mannschaft konnte nicht mehr gemeldet werden.