Generationenduell an der Platte: 13-jähriges Talent triumphiert beim Vorgabeturnier
Erstes internes Vorgabeturnier
Am Tag vor Silvester, der einmal mehr bewies, dass im Tischtennis Erfahrung nicht immer über jugendliche Spielfreude siegt. 15 Teilnehmer hatten sich in der Halle eingefunden, um im beliebten Vorgabe-Modus den Champion auszuspielen. Das Besondere an diesem Format: Je nach Spielstärke (QTTR-Werten) erhielten die nominell schwächeren Spieler pro Satz einen Vorsprung von bis zu acht Punkten.
Ein Feld voller Kontraste
Das Teilnehmerfeld hätte bunter nicht sein können. Vom 70-jährigen Routinier, der mit sicherem Unterschnittspiel (ob Anti oder Noppen) die Nerven seiner Gegner prüfte, bis hin zu den ambitionierten Spielern der ersten Herrenmannschaft war alles vertreten. Die Stimmung war gelöst, doch sobald der erste Ball über das Netz flog, herrschte konzentrierte Stille.
In drei Fünfergruppen wurde die Vorrunde ausgespielt. Hier zeigte sich bereits die Tücke des Vorgabesystems: Die Top-Spieler mussten von Beginn an volles Risiko gehen, um den Rückstand von oft 0:5 bis 0:8 Punkten pro Satz noch aufzuholen. Manch einer verzweifelte an der Aufgabe, gegen „Bringer“ anzukämpfen, die jeden Ball sicher zurückspielten. Die drei Erst- und Zweitplatzierten sowie die zwei besten Dritten qualifizierten sich für das Viertelfinale. Der Rest spielte eine Trostrunde.
Der Weg ins Finale
Nach packenden Viertel- und Halbfinals kristallisierten sich zwei Favoriten heraus. Auf der einen Seite der erfahrene Markus Feltens, der sich mit stoischer Ruhe durch das Turnier gekämpft hatte. Auf der anderen Seite der erst 13-jährige Emil Sagel, ein Nachwuchstalent, von dem noch viel zu erwarten ist. Emil, der aufgrund seiner Einstufung in jedem Satz mit einem Vorsprung von acht Punkten startete, nutzte diesen psychologischen Vorteil geschickt aus. Er agierte mutig, suchte mit seiner Vorhand immer wieder den schnellen Topspin und zwang seine deutlich älteren Gegner zu Fehlern.
Das Finale: Nervenstärke schlägt Erfahrung

Das Endspiel war ein echtes Highlight. Markus versuchte, das Tempo zu verschleppen und Emil mit platzierten Schupfbällen aus dem Rhythmus zu bringen. Doch der 13-Jährige behielt die Nerven. Trotz des Drucks, gegen einen „Großen“ im Finale zu stehen, blieb er konsequent in seinem Offensivspiel und riskierte viel zu einem deutlichen 3:0. Im Finale der Trostrunde besiegte Emils kleiner Bruder Anton den Antitop spielenden Gerd Wohlleben.
Ein Sieg für die Jugend
Unter großem Applaus nahm Emil den Paulander Limo-Gutschein entgegen. „Ich hatte heute einen guten Lauf und die Vorgabe hat mir geholfen, locker zu bleiben“, strahlte der sichtlich stolze Sieger bei der Siegerehrung.
Das Turnier endete in geselliger Runde bei Kaltgetränken, Bratwürsten (danke fürs grillen Fabian) und dem obligatorischen Fachsimpeln über vergebene Chancen. Eines ist sicher: Im nächsten Jahr wird Emil mit einer geringeren Vorgabe starten müssen – doch nach dieser Leistung traut ihm jeder zu, den Titel zu verteidigen.











